Funktionsübertragung

FunktionsübertragungDer Begriff der Funktionsübertragung ist zwar nicht durch das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) definiert (keine Legaldefinition), allerdings wird die Funktionsübertragung, ebenso wie die Auftragsdatenverarbeitung, im Kontext der Datenübermittlung an einen Dienstleister verwendet.

Funktionsübertragung vs. Auftragsdatenverarbeitung

Im Gegensatz zur Auftragsdatenverarbeitung werden bei der Funktionsübertragung allerdings keine Daten im Auftrag nach Weisung des Auftragsgebers verarbeitet, sondern der Auftragsnehmer handelt eigenverantwortlich und übernimmt in der Regel ganze Funktionen. Beispiele für klassische Funktionsübertragungen sind Beauftragungen eines Rechtsanwaltes, eines Betriebsarztes oder eines Inkassounternehmens. Häufig ist die Funktionsübertragung zudem in Konzernen zu sehen, dabei wird beispielsweise die Personalverwaltung zentral von der Konzernmutter durchgeführt.

Wenn Sie mehr zu den Unterschieden zwischen Auftragsdatenverarbeitung und Funktionsübertragung erfahren möchten, dann lesen Sie unseren Beitrag „Auftragsdatenverarbeitung oder Funktionsübertragung – datenschutzrechtliche und –organisatorische Unterscheidung von Dienstleistern“.

Welche Maßnahmen Sie bei einer Funktionsübertragung ergreifen sollten

Werden personenbezogene Daten an einen Dienstleister übermittelt (ACHTUNG: Der potentielle Zugriff genügt bereits), dann sollte beachtet werden, dass laut § 4 Abs. 1 des Bundesdatenschutzgesetzes eine Erhebung, Verarbeitung und/oder Nutzung personenbezogener Daten nur erlaubt ist, wenn eine Rechtgrundlage oder informierte und wirksame Einwilligungen der Betroffenen vorliegen.

Greift bei einer Auftragsdatenverarbeitung die Fiktion der „Nicht-Übermittlung“, wodurch das Einholen von informierten Einwilligungen nicht mehr notwendig ist, so gilt dieses Privileg nicht für die Funktionsübertragung. Aus diesem Grund ist eine Einwilligung des Betroffenen oder eine Rechtsgrundlage, welche die Übermittlung erlaubt, für die Datenübermittlung an den Dienstleister erforderlich.

Die Unterscheidung zwischen einer Funktionsübertragung und einer Auftragsdatenverarbeitung führt allerdings häufig zu Problemen, weswegen bei einer solchen Thematik immer der Rat einer datenschutzrechtlich versierten Person (z. B. Datenschutzbeauftragter oder auch Datenschutzberater) eingeholt werden sollte, um mögliche Probleme zu vermeiden.

Haben Sie Fragen zur Funktionsübertragung oder Auftragsdatenverarbeitung? Sprechen Sie doch mit Ihrem (betrieblichen) Datenschutzbeauftragten. Sie haben noch keinen? Kontaktieren Sie uns und holen Sie sich ein unverbindliches und kostenloses Datenschutz-Angebot bei uns ein.

Nützliche Dienstleistungen können z. B. sein:

Unser Dienstleistungsangebot offerieren wir:

  • Unternehmen / Firmen [Einzelunternehmen, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und Konzerne]
  • Behörden und Körperschaften des öffentlichen Rechts
  • Stiftungen bzw. Gesellschaften in kirchlicher Trägerschaft [unter Anwendung des Datenschutzgesetzes der Evangelischen Kirche in Deutschland (DSG-EKD) bzw. der Anordnung über den Kirchlichen Datenschutz (KDO)]
  • Vereinen / Verbänden
  • sowie in Einzelfällen interessierten Privatpersonen.