Corona-Spam – unzulässige Werbung an „Steinzeit-Kunden“

Corona-Spam

Nennen wir ihn einfach mal den „Corona-Spam“. Was damit gemeint ist, dürfte recht einleuchtend sein. Es handelt sich selbstredend um diese enorme Anhäufung an Informations- bzw. Werbe-E-Mails, die wir alle derzeit erdulden (müssen?). Fakt ist, dass ein großer Teil dieser Massen-Mails unzulässig ist.

Unzulässige Werbung

Beispiel Sportverein

Wir meinen mit unzulässigen E-Mails mit Sicherheit nicht den Sportverein, in dem der Empfänger Mitglied ist und an den er seine E-Mail-Adresse bewusst, z. B. zum Zwecke der Informationen über das laufende Kursangebot, gegeben hat und der nun über die vorübergehende Schließung via E-Mail informiert. Kein Corona-Spam!

Beispiel Bestandskunde

Auch ist nicht der Fall gemeint, in dem ein Kunde, der noch vor zwei Wochen ein Notebook in unserem Onlineshop gekauft hat, angeschrieben wird und dem wir nun eine passende Tastatur und Maus dazu via E-Mail anbieten. Kein Corona-Spam!

Beispiel „Steinzeit-Kunde“

Wenn allerdings der logische Menschenverstand bzw. unser Gewissen schon sagt:

„Ist das jetzt ok, wenn wir da eine E-Mail hinsenden, da der „Kunde“ uns nicht mehr kennen dürfte, weil der letzte Kontakt mit diesem „Kunden“ vor gefühlten 15 Jahren war?“

Dann gibt es hier nur eine Antwort und diese heißt: Definitiv die werbliche Ansprache unterlassen. Klarer Fall von Corona-Spam!!!

Wer im letzten oder in vergleichbaren/schlimmeren Fällen eine Beschwerde / Eingabe bei der Aufsichtsbehörde nebst Abmahnung erhält, muss sich daher nicht wundern.

Mit ziemlicher Sicherheit hätten Sie die E-Mail-Adresse des Steinzeit-Kunden nämlich bereits vor einer gefühlten Ewigkeit löschen müssen. Worauf Sie bei dieser Form der Werbung oder auch in anderen Fällen achten müssen, dazu berät Sie Ihr Datenschutzbeauftragter und falls Sie noch keinen haben oder einen Ersatz suchen, nutzen Sie doch unser Dienstleistungsangebot externer Datenschutzbeauftragter.

Einen kurzen Ausblick und weitere Erläuterungen zur E-Mail-Werbung haben wir in der Vergangenheit u. a. in folgendem Beitrag gegeben:

Einwilligungserfordernis für E-Mail-Werbung – Was ändert sich mit der DS-GVO?

Es kann zwar ganz unterhaltsam sein, zu erfahren, wann – wir – wo im Internet tatsächlich beispielsweise eine unserer letzten CDs gekauft haben und deshalb in einer Krisenzeit, wie der Corona-Pandemie, beworben werden. Aber, dieser Fall von Corona-Spam, ist für uns als Betroffene gefühlt weniger schädlich als die Phishing-Angriffe, denen wir durch Unmengen an E-Mails ausgesetzt werden.

Phishing-Versuche in stressigen Phasen

Egal ob an Weihnachten, zu Ostern oder nun zu Zeiten von Corona: immer dann, wenn wir ein besonders hohes Maß an E-Mails erhalten, im Stress sind oder unsere Gedanken bei anderen Dingen hängen, scheint die perfekte Zeit für das Phishing gekommen zu sein. Diese Punkte führen nämlich dazu, dass ein Phishing-Versuch erfolgsversprechender sein wird. Egal für wie abwegig wir es halten, dass jemand auf eine Phishing-Attacke reinfällt, der Aufwand ist relativ gering, 10.000 E-Mails sind äußerst schnell sowie unproblematisch versendet und wenn letztendlich nur fünf Personen (also lediglich 0,05 Prozent) auf die Masche reinfallen, dann hat es sich vermutlich bereits „mehr als gelohnt“.

Es heißt daher für Arbeitgeber und Selbstständige nicht nur die technischen Hürden für einen Angriff hoch zu setzen (z.B.: Stärkung der IT-Abteilung und der entsprechenden Investitionen), sondern auch weitere Maßnahmen zu treffen, insbesondere jetzt, wo sehr viele ins Homeoffice wechseln mussten und man die IT, für eventuelle Rückfragen, vielleicht nicht so leicht erreichen kann wie sonst. Corona hat garantiert flächendeckend mehr Leute zur flexibleren mobilen Arbeit im Homeoffice gebracht als es ein CEO, CTO, IT-Abteilungs- oder -Gruppenleiter vermutlich je hätte schaffen können. Das #WirbleibenZuhause nun endlich flächendeckend angekommen zu sein scheint, fiel dem Autor des Artikels spätestens auf als er aus seinem Homeoffice sah, wie zwei kleine Geschwisterkinder aus der Nachbarschaft – natürlich mit ausreichend Abstand – #WirbleibenZuhause mit bunter Kreide auf die Straße malten, obwohl sie sich mitten im Grundschulalter befinden. Kinder lernen eben schnell und fast genauso flott ging bei vielen der Wechsel ins Homeoffice. Das bei dieser blitzartig erfolgten Maßnahme bei dem ein oder anderen Arbeitgeber durchaus der Datenschutz und die IT-Sicherheit auf der Strecke blieben, dürfte recht offensichtlich sein.

Unser kürzlich veröffentlichter Blog-Beitrag zum Datenschutz im Homeoffice könnte daher ganz besonders von Interesse sein. Wir beraten Sie aber auch gerne direkt zu diesem oder sonstigen Fragestellungen rund um Ihren Datenschutz.

Als Datenschutzbeauftragter möchte man nicht der Bösewicht des Unternehmens sein, sondern vielmehr auf Handlungsbedarf hinweisen und alle Mitarbeiter bestmöglich beim gesetzesformen Umgang mit personenbezogenen Daten unterstützen. Egal ob Datenlöschung oder Datenverwendung für Werbung, wenn Fragen aufkommen oder neue Ideen anstehen, stets einfach mal den Datenschutzbeauftragten einbeziehen, selbst dann, wenn vielleicht sogar bereits etwas „in die Hose gegangen ist“ – wir beißen nicht!

Nützliche Dienstleistungen können z. B. sein:

Unser Dienstleistungsangebot offerieren wir:

  • Unternehmen / Firmen [Einzelunternehmen, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und Konzerne]
  • Behörden und Körperschaften des öffentlichen Rechts
  • Stiftungen bzw. Gesellschaften in kirchlicher Trägerschaft [unter Anwendung des Datenschutzgesetzes der Evangelischen Kirche in Deutschland (DSG-EKD) bzw. das Gesetz über den Kirchlichen Datenschutz (KDG)]
  • Vereinen / Verbänden
  • sowie in Einzelfällen interessierten Privatpersonen